Dienstag, 22. August 2017

Brief an mein Mäuschen (11 Monate)

Meine Mausi,

heute bist du 11 Monate. Du bist ein Sonnenschein. Du erfüllst meinen Tag mit so viel Freude, bringst mich aber auch an meine Grenzen. Du hast mich in den letzten 11 Monaten so viel über mich selbst gelehrt und mir gezeigt, was wirklich wichtig ist in meinem Leben. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass du mich vielleicht nicht lieb haben könntest, weil ich dich nicht gestillt habe oder nicht so viel getragen habe oder aber ich manchmal einfach nicht erkenne, was du gerade möchtest. Das weiß ich selbst nach 11 Monaten manchmal nicht. Dann stehe ich vor dir und frage: "was willst du denn?" und du guckst mich mit deinen Kulleraugen an und meckerst weiter. Aber du nimmst es mir nicht krumm, dass ich es wohl nicht blind verstehe, was in deinem kleinen Köpfchen vorgeht.
Was du sehr eindeutig signalisierst ist, wenn du hochgenommen werden willst. Du sitzt Ärmchen wedelnd vor mir. Wenn es sehr dringend ist, hüpfst du mich den Knien auch noch auf und ab. Das ist einfach zu süß. Du bist und bleibst das süßeste Baby der ganzen Welt!

Dieser Monat stand ganz unter dem Motto "ich produziere Zähne". Beide Schneidezähne oben, einer unten plus Eckzahn. Oben blitzen die Eckzähne auch schon durch. Beim ersten Zahn hast du einfach auf Mittagsschlaf verzichtet. Ich konnte aber überhaupt nicht erkennen, dass du Schmerzen hast. So gingen wir beide im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Zahnfleisch. Du bist zwar groß geworden, aber von 10:00 bis abends zur Bettgehzeit ist es einfach noch viel zu lange für dich. Was dein Papa und ich einfach beschlossen haben, wir legen dich abends in die Nonomo. Ins Bett bringt dich nun eigentlich wieder der Papa. Auch wenn ich es wirklich gerne gehabt hätte, dass ich dich im großen Bett zur Ruhe bekomme, es war für uns alle Stress pur. Sobald du die Matratze berührt hast, warst du wieder wach. Es war zum Mäuse melken. Aus lauter Verzweiflung bist du dann in die Nonomo gekommen und siehe da, du kamst zur Ruhe. Erst haben wir gewartet bis du dann wach wurdest und eine Flasche wolltest. Dann haben wir dich ins große Bett geholt. Mittlerweile machen wir das aber einfach, wenn wir ins Bett gehen. Deine Flasche trinkst du auch momentan nicht um 22/23 Uhr, sondern irgendwas zwischen 1 Uhr und 3 Uhr. Ich kann dir gar nicht sagen, wann du nur eine Flasche brauchst und wann 2. Es liegt nicht an der Menge des Essens tagsüber und es liegt auch nicht an den Zähnen. Es ist manchmal so und manchmal so.
Momentan schläfst du auch länger. Meist so bis 6:00/6:30. Du glaubst nicht, wie dankbar ich dafür bin. Ich bin viel fitter.

Tagsüber schläfst du auch in der Nonomo. Vormittags ab c.a. 8:30 für 1-2h. Das machst du nun schon ewig. Mittags nochmal ab 13:00 für c.a. 2h. In der Woche, in der du den Mittagsschlaf ausfallen lassen hast, wollte ich dir den Vormittagsschlaf streichen, aber das geht auch nicht. Du bist vormittags einfach viel zu müde. Um den zu streichen müsstest du noch länger schlafen. Generell habe ich das Gefühl, du brauchst mehr Schlaf. Du bist auch eher jemand, der nicht wach wird. Egal ob ich dich aus der Nonomo hole, nachts mit deinem Papa diskutiere oder ein Gewitter ausbricht. Du pofst. Du bist meine kleine Proftante. <3

Ob du gewachsen bist, kann ich gar nicht mehr so genau sagen, aber bestimmt. Du trägst von 74-86 einfach alles was passt :-D. 74 wird weniger. 86 mehr! Ich kaufe nur noch Kleidung in 86 und hoffe, dass die noch etwas passt. Leider brauchen wir nun nämlich tatsächlich mehr. Beim Trinken machst du dich meist nass und das nichtmal mit einem normalen Becher. Mami gesteht, sie ist zu faul. Wir haben mehrere Trinklernbecher und einen Magic Cup. Aus allen trinkst du super alleine. Aber manchmal spielst du einfach und wirst nass. Auch beim Essen geht mal was daneben. Bleiben wir zu Hause, stört mich das nicht so sehr. Verlassen wir das Haus, dann ziehe ich dich um.
Was dir auf jeden Fall noch nicht passt, sind die 5er Aldi Windeln. Baby Dry ja. Die scheinen kleiner zu sein.

Apropos essen. Meinen Brei mochtest du vielleicht nicht, aber dafür mein selbstgemachtes Brot. Auch versuchen wir nun immer etwas für dich mit zu kochen, damit du es probieren kannst. Nudeln gehen super. Und wenn ich super sagen, dann meine ich einfach, dass du sie gerne ißt. Viel ißt du immer noch nicht. Gestern zum Beispiel waren es 2 Nudeln und 2 Brokkoli Röschen. Du hast beides mit einer Leidenschaft gegessen, die einfach Herzerwärmend war. Mit Brei braucht man dir dann auch nicht mehr zu kommen, denn du bist satt. Also satt vom "richtigen" Essen. Eine Flasche geht immer. Du bekommst 4-5 Flaschen in der Regel. Kommt drauf an, wieviel du nachts magst. Wasser trinkst du nochmal so 100ml. Morgens um 8:00 frühstücken wir. Für dich gibt es dann 5g Brei mit 50ml Milch. An 6 von 7 Tagen verputzt du das. Am Wochenende gibt es dann noch Brötchen, an dem du rum nagst. Mittags kann ich es gar nicht so genau sagen. Maximal ein halbes Gläschen, wenn es denn Brei gibt. Nachmittags Obst oder Hirsekringel. Manchmal auch Dinkelzwieback oder Lauge. Abends ißt du dann noch mal 10g Brei mit 100ml Milch plus Banane.

Wir haben nun das Reisebett in dein Zimmer gestellt. Ich weiß gar nicht genau, wann ich das gemacht habe, aber ich dachte, dass wenn dein Bett in unserem Zimmer steht, du vielleicht dort drin schläfst. Denn du bist ja nun aus dem Bett und der Nonomo gefallen. Aber ne, willst du nicht. Darum üben wir rückwärts aus dem Bett zu krabbeln und aus der Nonomo zu krabbeln. Erstes hast du innerhalb kürzester Zeit geschafft. Manchmal rutscht du etwas schief, aber das ist dank Futon Bett nicht so schlimm. Prinzip verstanden. Nonomo ist schwieriger. Wenn du wach bist, setzt du dich drin auf, aber  rauskrabbeln geht noch nicht. Wir haben nun einfach immer das Babyphone an und beim ersten rufen sind wir da. So klappt das ganz gut. Die Nonomo schwebt über dem Boden und es liegt eine Decke drunter für Notfälle.
Da du nun stehen kannst versuchst du auch zu gehen. Deine ersten Versuche waren zu witzig. Es sah aus, als ob du dein Beinchen an einem Baum heben willst. Aber du hast einfach dein Gleichgewicht trainiert. am 6.8 haben wir einen Lauflernwagen geholt und am 9.8 bist du 2 Schritte daran gegangen. Bei dem Teil kann man keine Räder festziehen und du schaffst es dennoch mit deinen Bauchmuskeln in vor und zurück zu schieben. Es ist faszinierend, was du alles kannst. Dabei bist du dir allerdings auch über den Fuß gefahren und kamst nicht mehr vor oder zurück. Aber in Tränen ausbrechen? Nicht meine Mausi. Du guckst mich an (ja, ich habe das erst gar nicht gesehen) und maulst nur kurz. Das war es. Und DAS muss eigentlich weh getan haben. Ach ja und das Reisebett hat an einer Seite eine Öffnung. Du schaffst es ganz prima rein und raus zu krabbeln.

Ein weiteres 1. Mal war, dass du im Buggy nun nach vorne schaust. Mein Herz blutet. Da ließt man überall, dass man das so früh nicht machen soll und was ist, du bist viel zufriedener. Ich kann nicht sagen, dass ich wieder so große Runden wie zu Anfang machen kann, aber immer hin kommen wir wieder zu Fuß zum Pekip oder auch in die Stadt. Wenn dann noch ein Hirsekringel dabei ist, dann ist das super.

Ansonsten habe ich den Monat eigentlich auf dem Boden verbracht. Deine kleine Welt war in Ordnung, wenn ich einfach bei dir saß. Da deine Mama nun aber Hummeln im Po hat, hat sie sich einfach den Fernseher angemacht. So ist sie ;-).

Mausi, was soll ich sagen. Du bist einfach die Beste. Du verbreitest so viel Freude. Wenn wir mit dir irgendwo hinkommen, dann sagen alle, dass du so ein freundliches Kind bist. Wenn sie dir genügend Zeit lassen, dann kommst du auch ganz alleine auf sie zu. Dazu brauchst du aber Zeit. Wenn dir etwas zu viel ist, dann willst du zu mir. Dann vergräbst du deinen Kopf an meinem Hals und brauchst Ruhe. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass mir das nicht gefällt. Ich liebe es, wenn du das machst, denn ich weiß, du brauchst nur Gewissheit, dass ich da bin.

Ich habe dich so lieb!
Deine Mama

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen