Samstag, 22. Juli 2017

Brief an mein Mäuschen (10 Monate)

Meine Mausi,

jetzt bist du schon 10 Monate alt. Dieser Monat ging allerdings langsam rum. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich nicht mehr gegen die rasende Zeit wehre, sondern sie annehme. Ja, ich werde auf ewig die MiniBaby Zeit vermissen. Wie du einfach so auf meinem Bauch eingeschlafen bist. Wie du mich die ersten Male neugierig angeschaut hast. Wie klein du doch warst.
Aber diesen Monat ist einfach was unglaublich schönes passiert. Du hast mich umarmt. Mich. Deine Mama. Du hast die Arme um mich geschlungen und hast mich ganz fest gedrückt. Du bist eine stürmische kleine Mausi geworden. Und ich liebe das, auch wenn ich seitdem ein paar Harverluste verstreichen konnte. Es bedeutet mir so viel, dass du mir zeigst, dass du mich lieb hast. Du sitzt wedelnd mit deinen Ärmchen vor mir und willst auf den Arm. wo andere Babys die Arme hochreißen, dann wedelst du. Als ob du gleich abheben willst.
Es fällt mir immer sehr schwer, wenn ich dich mal nicht sofort hochheben kann. Dann beschwerst du dich ganz bitterlich. Ich hätte auch gedacht, dass ich es immer möglich mache, dass ich dich hochnehmen kann. Das war ein Trugschluss. Es gibt einfach Situationen, da musst du mal kurz warten.
Anfang des Monats bist du wieder zu einer Pooftante mutiert. Du hast vormittags mal schlappe 2h geschlafen und dann zum Mittagsschlaf noch mal 3h. Ich war extrem irritiert und dachte, das müßten wir ändern. Manchmal bin ich aber auch ein bißchen blöd. Immerhin habe ich dich nie geweckt, aber rum experimentiert habe ich dennoch. Dabei brauchtest du wohl einfach ganz viel Schlaf. Etwas doof war es, dass du dafür abends nicht mehr einfach so ins Bett wolltest. Im Juni hatte ich dich ja ins Bett gebracht. Du bist in meinem Arm eingeschlafen und ich konnte dich dann ins Bett legen. Das ging nun gar nicht mehr. Du warst sofort wach, egal wie lange du vorher in meinem Arm geschlafen hast.
Ich war mit meinen Nerven etwas am Ende und der Papa musste wieder einspringen. Aber auch er hatte kein Glück. Es war warm und du warst aufgedreht. Es passierte also, dass du den einen oder anderen Abend mit uns auf dem Sofa gesessen hast. Das hört sich jetzt an, als ob du das jeden Abend gemacht hast, aber es waren nur 3 ;-). Dann haben wir angefangen dich abends einfach in die Nonomo zu legen. Dort hattest du unsere Körperwärme nicht und konntest zur Ruhe kommen. Nur deine Mama hatte ganz komische Gedanken. Die Nonomo sollte doch nur für den Tagschlaf sein. Abends und nachts solltest du im Bett schlafen. So haben wir also auf biegen und brechen versucht, dass du im Bett einschläfst. Nachdem du dort auch noch rausgefallen bist, solltest du also in deinem Bett, was nun bei uns steht, schlafen. Anstatt anzunehmen, was gut funktioniert, wollte ich anderen gerecht werden. Ich war einfach doof. Wenn du in der Nonomo zur Ruhe kommst, dann ist das so. Mittlerweile nehmen wir jeden Abend so wie er ist. Wenn du in der Nonomo einschläfst, wirst du eh bald wach, weil du dich drehen willst. Sobald das passiert, bringen wir dich ins Bett und du schläfst einfach weiter. In unser Bett. Wenn du irgendwann mal in deinem Bett schlafen möchtest, dann kannst du das, aber du kleines Rödelbaby schläfst gerne bei uns und ich werde einen Teufel tun und dich da raushaben wollen.
Was du allerdings morgens nun machst, ist in deinem Bett spielen. Meist in dem Reisebett in deinem Zimmer. Während du also spielst, schlafen wir noch eine Runde, bis du dich dann meldest und du doch gerne mal mit uns in den Tag starten willst. So haben wir alle was davon. Du kannst schon um 5 spielen und wir schlafen dann doch bis 6.
Unerwähnt sollte auch nicht bleiben, dass du auch aus der Nonomo gefallen bist. Du hast es geschafft, dich zu drehen, aufzusetzen und dann nach hinten rauszufallen. Seitdem liegt einfach eine Decke darunter und sie schwebt eigentlich fast für dem Boden. Auch hier sagen böse Zungen, wie wir nur können. Das sei ja gefährlich... . Nun ja, wir haben einfach das Babyphone in dein Zimmer gestellt und sind beim ersten Anzeichen da. So läuft das gerade und ich bin sehr gespannt, was im nächsten Monat passiert.
Deinen Tagschlaf hast du übrigens wieder reduziert. Mittlerweile kommst du so auf 13-14h Schlaf am Tag. Wir haben einen halbwegs festen Rhythmus für den ich auch eine hochgezogene Augenbraue kassierte, aber hey, es funktioniert. Du schläfst zuverlässig und ich habe Zeiten, in den ich was einplanen kann. Es gibt Babys die sich den Eltern anpassen und es gibt Eltern, die sich den Babys anpassen. Beides funktioniert. Man muss nur für sich als Familie den richtigen Weg finden.

Mausi, ich kann mich nicht oft genug wiederholen, ich liebe dich du kleiner Knödel. Ich bin so unglaublich froh, dass du bei uns bist. Du zeigst mir die Welt wie sie sein sollte. Voller Freude und weniger perfekt. Du zeigst mir, dass ich mir noch so viele schöne Dinge ausmalen konnte, wie zum Beispiel, dass ich immer frisch für dich koche oder das wir ganz viel spazieren gehen, solange ich zu Hause bin. Aber für dich spielt das keine Rolle. Du isst lieber Gläschen und spielst lieber. Du machst Dinge nicht einfach, sondern denkst erst drüber nach. Du magst es nicht, wenn man auf dich zustürmt und an dir rum zerrt. DU möchtest auf die Leute zugehen und jeder, der das nicht akzeptiert, ist dir nicht geheuer. Kommen Fremde in einen Raum, guckst du, ob ich noch da bin, aber das genügt dir auch. Du musst einfach wissen, ob ich noch da bin. Die Kita wird nun das erste Mal sein, an dem ich nicht dabei bin. Ich werde arbeiten und dein Papa wird bei dir sein. Ich hoffe sehr, dass du nicht denkst, dass ich dich im Stich lasse. Ich erzähle dir zwar heute schon sehr oft, was dann passiert, aber ich weiß nicht, ob du das schon verstehst. Wir werden sehen.

Schwimmen waren wir. Das war süß, du kleine Wasserratte. An dem Tag bist du auch das erste Mal in den Liegestütz gegangen und genau 2 Wochen später standest du. Verrückt! Nun stehst du schon.
Zwar nur an einer Stelle in der Küche (dort steht momentan ein Karton), aber hey... du stehst. Mein Baby steht... .

Was diesen Monat sonst noch passiert ist? Nun du isst wieder mehr. Frühstücken tun wir zusammen. Ich esse meine Overnight Oats und du bekommst Obst mit Brei oder nur Obst oder eine Laugenstangen. Mittags vertilgst du 110g Brei und dann noch Obst. Ich traue mich nicht, das ganze Glas warm zumachen, also habe ich mich für die Nachtisch Variante entschieden. So kann es gehen, denn das schloss ich immer aus. Nachtisch fand ich doof. Nun denn, nun ist es so. Mittags gibt es noch etwas Obst oder Hirse Kringel oder wieder Lauge und abends gibt es 100-150g Brei mit Banane. Außerdem trinkst du zu jedem Schlafen noch eine 200ml Flasche. Nachts noch eine wenn wir ins Bett gehen und dann deine Nachtpulle in einem Zeitraum von 1Uhr-5Uhr :-). Also nicht planbar. Je später die letzte Flasche, desto weniger isst du morgens. Wir hatten nun auch versucht dir Brot anzubieten. Das Problem hier ist, dass wir keine Brotesser sind. Wir haben also eins für dich gekauft und den Rest dann weggeschmissen. Ich habe mir wieder Gedanken gemacht, wie wir das dann machen, wenn du abends keinen Brei mehr isst sondern mit uns. Wir essen ja abends warm und du dann  in der Kita Mittags. Aber weißt du was? Ich mache mir keine Gedanken mehr. Es wird sich finden. Jawohl. Das Brot war übrigens "ging so". Lauge ist besser. Ach und um ein Haar hätte ich vergessen, dass du Nektarinen liebst. Du hast eine Ganze verputzt (also verputzen im Sinne von auslutschen und unkenntlich machen). Danach musste ich dich abkärchern :-D.

Wir müssen uns auf jeden Fall keine Gedanken machen, ob du zu wenig isst. Du wiegst ordentlich und siehst auch gut aus. Du trägst nun nachts auch die 5er Pampers. Die 4er müssen wir nun tagsüber aufbrauchen und danach werden wohl auch die 5er von Aldi für tagsüber gekauft. Vielleicht hören dann auch die Windelunfälle wieder auf (das wäre klasse). Klamotten trägst du von 74-86. In 86 die eingelaufenen Sachen von H&M. Ansonsten ist das eigentlich noch zu groß. 74 wird aber auch von Tag zu Tag kleiner. Ich dachte wirklich, du passt da mit 1 Jahr rein. Ich hatte so ein süßes Kleid zu deinem ersten Geburtstag gekauft. Naja, muss ich wohl noch eins kaufen. So langsam mache ich mir auch Gedanken, wie wir den gestallten. Direkt am 22. werden wir im Urlaub sein. Aber eine Woche später bekommst du eine Party. Vielleicht können auch schon ein paar von deinen kleinen Freunden kommen. Hier ist das Problem, dass ihr alle nacheinander Geburtstag habt. Ich muss da mal in mich gehen, wie wir das wohl machen.

Aber erstmal habe ich noch 2 Monate. 1 Monat noch in Elternzeit und dann noch 1 Monat Urlaub. Dann gehe ich wieder arbeiten und lasse dich mit dem Papa mal alleine. Aber in unserem letzten Monat alleine möchte ich noch ganz viel machen. Gerne würde ich auch wieder jeden Tag mit dir im Kinderwagen spazieren gehen, aber leider hält du es dort nicht lange aus. Du willst dann lieber auf den Arm. Dadurch, dass wir nun auch kein Pekip mehr hatten, sind wir nun noch sehr selten spazieren gewesen. Das finde ich sehr schade. Du findest das super, denn wir spielen dafür mehr auf deiner Decke. Spielen ist hier leicht übertrieben. Ich baue Türmchen und du schmeißt sie um. Mitte des Monats fing es an, dass du nicht mehr wolltest, dass ich überhaupt aufstehe. Ich wußte aber nicht, was ich stundenlang auf der Decke machen sollte. Wir waren beide frustriert. Dazu noch das Wetter, was dieses Jahr wirklich bescheiden ist und zack, hatten wir unsere ... ich muss überlegen ... dritte oder vierte Krise. Ich brauchte eine Mami Pause. Nicht von dir, eher von mir. Ich brauchte mal ein bißchen Zeit um Dinge zu ende zu bringen. Der Papa hat sich also Urlaub genommen und viel Zeit mit dir verbracht. Gerne im Baumarkt. Ich weiß nicht, was ihr beiden da treibt, aber dir scheint es zu gefallen. Ich konnte wieder Kraft sammeln und eine Taktik, wie ich mit dir den Tag am Boden verbringen kann. Ich mache mir den Fernseher an. So passierte es also, dass wir Sex and the City zusammen guckten. Ich muss gestehen, ich werde jetzt ewig dein Gesicht in Erinnerung behalten. Du hast auf den Fernseher geguckt und gewartet, dann spielte das Intro und du hast über beide Backen gestrahlt, mich angeschaut und geklatscht. Vielleicht bist du doch meine Tochter ;-). Falls du jetzt denkst, du hättest wirklich den ganzen Tag ferngesehen, irrst du dich. Du hast nur ab und zu aufgeschaut, ansonsten bist du durch die Wohnung gekrabbelt, hast dir Bücher angeschaut und kamst immer mal wieder zu mir um mich zu knuddeln und zu knutschen. Dir hat es gereicht, dass deine Mama mit auf dem Boden saß. Leider ist aber Bücher lesen nicht drin, das zerpflückst du mir gleich und Handy mag ich nicht in die Hand nehmen. Naja und das hätte ich auch nicht lange. Alles was leuchtet möchtest du haben. Diese Tage waren bis jetzt auch nur 2, aber ich vermute, es wird noch der ein oder andere Tag dazu kommen.

Manchmal ist es besser wenn man nicht perfekt ist um vielleicht eine bessere Mutter zu sein.
Deine Mama hat dich auf jeden Fall ganz doll lieb.

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