Donnerstag, 14. Juli 2016

Mein Körper mag es nicht schanger zu sein....

"Waaas? Kann doch gar nicht sein. Schwanger sein ist toll!"
"Also SO viele Probleme wie DU hatte ICH nicht.!"
"Schwanger sein ist keine Krankheit!"
"DA musst du halt durch!"
"Man muss nur den Körper akzeptieren!"

..... schrieb ich im April zum ersten Mal. Am 11.07.2016 wurde mir geholfen.

Wie ihr wisst machte mir am Anfang die Übelkeit sehr zu schaffen. Es war so eine Übelkeit, die kannte ich nicht. Wie auch. Ich war ja auch vorher nie schwanger. Sie war auf jeden Fall nicht mit Magen-Darm oder ähnliches zu vergleichen. Und sie geht halt auch nicht weg. Sie ist da. Sie begleitet dich 24h am Tag, 7 Tage die Woche. Dazu kam die Angst wegen der Blutungen. Ich war nicht mehr unbeschwert und ich war vor allem nicht glücklich. Dabei sollte ich das doch sein. Es sollte die glücklichste Zeit sein, war es aber gar nicht. Mir fehlte der Sport, mir fehlte meine gesunde Ernährung. Nein, SO wollte ich das nicht.
Ich meine mich zu erinnern, dass es so ab der 13. Woche mit der Übelkeit besser wurde (07.04.2016). Am 04.05.2016 (15+6) habe ich mir in den Kalender geschrieben, dass mich das alles sehr mitnimmt und es anfängt in meinem Bein zu ziehen. Auch der Ischias meldete sich. Selbst ein Hexenschuss blieb mir nicht ersparrt. Aber HEY, DA muss man halt durch. Meine Frauenärztin sagte mir, das Wärmepflaster ok sind und auf einem Hebammenblog habe ich ein paar Tips gefunden, die mir geholfen haben.
Ich bekam den ollen Ischias in den Griff und saß auf der Arbeit auch auf so einem Sitzkissen, was wie so ein Ball ist. Also so ähnlich. Schlecht sah ich wohl dennoch aus. Sagte man mir aber erst später.

Was nicht weg ging war dieses "ich bin dafür nicht geschaffen" Gefühl.

Anfangs hatte ich Glück im Unglück mit den vielen Feiertagen im Mai. Ich hatte immer wieder längere Pausen. Gerade die Büroarbeit machte mir arg zu schaffen, ohne dass ich es merkte. Im Juni wurde der Stress deutlich mehr. Ich wurde mehr gefordert. Das worauf ich lange wartet, trat nun ein und was soll ich sagen? Ich konnte das nicht mehr wuppen. Es endete in einem Nervenzusammenbruch. Ich mag meinen Job, ich wollte ihn nicht verlieren. Wollte zeigen, was ich kann. Aber ich konnte nicht mehr. Ich lag nachts wach. Machte mir einen Kopf und weinte bitterlich. Dazu diese "Schmerzen". Wenn meine Beine nicht ab und an taub geworden wäre, hätte ich nicht mal Symptome gehabt. Aber auch mit den Worten "meine Beine tun so furchtbar weh" konnte mir keiner helfen. Weder meine Ärztin, noch ein Vertretungsarzt, noch mein Hausarzt konnte damit was anfangen.
Wo kam das her? Wie bekommen wir das in den Griff. Ich wurde krank geschrieben. Sollte zur Ruhe kommen, war aber gesund. Dem Baby geht es ja gut. Der Hausarzt und die Hebamme sahen, wie ich litt. Aber so richtig helfen, konnten sie mir nicht. Nach der Krankschreibung machte ich mich wieder auf dem Weg zur Arbeit. Mir ging es zu Hause nicht gut. Mir ging es auf der Arbeit nicht gut. Also was macht das schon. Außerdem liest man ja auch immer, dass nur weil man Rückenschmerzen hat, nicht einfach zu Hause bleiben soll. Schwanger sein ist keine Krankheit. Ich stellte mich also vermutlich einfach nur an.
Am Ende dieses Arbeitstages schlich ich nach Hause. Mein Rücken war ein einziger Krampf. Nein so ging das nicht mehr weiter. Der Mann hatte recht.
Ich ging zum Betriebsarzt (während ich das schreibe habe ich Tränen in den Augen). Ich schlich die Treppen rauf. Er sah mich. "Nein, sie müssen nicht leiden. Wir bekommen das in den Griff!" Ich bekam ein Beschäftigungsverbot und eine Überweisung an einen Osteopathen. Ich wußte noch nicht, dass er meine Rettung war. Mein Held.

4 Tage später war ich schmerzfrei. 7 Tage später war ich ein neuer Mensch.

"Sie hatten niemals einen Bauch, oder?" Nein hatte ich nicht. Ich war schon immer schlank. Ich habe mal mehr gewogen, mal weniger. Aber nie hatte ich einen Bauch und so einen schon mal gar nicht. Ich hatte Wehwechen, aber die habe ich durch Sport so gut in den Griff bekommen, dass ich nicht daran dachte, dass mein Körper generelle Probleme hätte. Hatte er aber. Durch eine OP am Steiß als Baby und eine entzündete Narbe und erneute OP mit 18 hat er sich verkrampft. Unschwanger und mit Sport nicht zu bemerken. Schwanger und ohne Sport eine Qual. Und heute? Nach zwei Sitzungen? Ich tanze durchs Leben. Mit meinem Bauch. Mein Körper gehört wieder mir. Ich teile ihn mir mit dem Mäuschen, aber ich bin wieder ich. Also das neue ICH. Die Mami. Ich bin glücklich. So richtig.

Natürlich bekam ich vorher schon die Tips zu Physio zu gehen bzw zum Osteopathan. Aber erstmal hatte ich Osteophat und Orthopäde verwechselt und mit zweitem hatte ich schlechte Erfahrung gemacht, und zum anderen, behandelt auch nicht jeder Schwangere. Diese Praxis ist darauf spezialisiert.

Mein Wort zum Sonntag lautet also:
Bitte verurteilt eine Schwangere nicht, wenn sie sagt, sie ist nicht gerne schwanger. Vielleicht hat sie einfach nur einen Körper, der Signale sendet, die erst gedeutet werden müssen. Nicht alles hat mit Akzeptanz des neuen Körpers zu tun und nicht immer muss man dadurch.

Kommentare:

  1. Ach, jetzt weiß ich, wie du auf meinen Blog gekommen sein magst... Hihihi...

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    1. ;-) ...aber deinen Blog lese, oder vielmehr habe ich schon lange gelesen. Momentan komme ich nicht dazu, meine Leseliste abzuarbeiten.
      Gefunden hatte ich dich damals über die Storchenliste bei DailyPia.:-)

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