Mittwoch, 27. Juli 2016

2. Trimester 14.SSW- 28. SSW

14.SSW- 28. SSW (Hier sagte meine App: 27.Woche , mein Schwangerschaftsbuch sogar: )
Für mich war das der Zeitraum 14.04.2016 -27.07.2016

So viel ist passiert. So viel hat sich gedreht.

Wenn ich mir die Berichte durchlese kommen mir sofort die Tränen. Wie hat das Mäuschen nur meine Gefühlswelt durcheinander gebracht. Ich fiel in ein Loch, aus dem ich hätte schneller rauskommen können, wenn ich eher drüber geredet hätte. Ich hätte mir von vornherein eine Hebamme besorgen müssen. Naja, hinterher ist man immer schlauer.
Wann wurde es besser?
Anfang des 2. Trimesters (bzw Ende des  1. Trimesters) hatte ich mit einem Ultraschall gerechnet, aber keinen bekommen. Damit ich beruhigter bin hat meine FÄ mir den Herzschlag von MiniToffi gezeigt. Also hören lassen. Das war schön! Ich erzählte das meiner Freundin und sie meinte, dass sie ja bei ihrem Jungen immer Tränen in den Augen hatte. Autsch. Ich nicht. Ich fand es schön, aber ich habe noch nie geweint beim Ultraschall. Selbst bei den Herztönen war ich beruhigt, aber Tränen? Fehlanzeige.
Anfangs, als wir es in der Familie und Firma sagten, war es toll. Ich wurde gefragt, wie es mir ging und man stellte mir die üblichen Fragen:
Wann kommt es? Was wird es? Wie soll es heißen? usw
Ich fand das total schön. Mein Baby wurde realer! Auf die Testergebnisse zu warten, war dann echt hart. Aber da musste ich nun durch. Wer A sagt muss auch B sagen.
Ich begann auch in der 12. SSW eine Hebamme zu suchen. DAS war ja nun doch schwieriger als gedacht. Erstmal erreichen. Das war das größere Problem. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als es endlich klappte! Und sie ist so eine Liebe!
Es fingen parallel Diskussionen innerhalb der Familie an. Warum ich was nicht esse, warum ich nun einen Reboarder möchte, warum ich nicht zunehme (diese Leute hatten einen knick in der Pupille), usw. Mit einem "warum" hätte ich noch leben können, aber die meisten fragten nicht, sie bewerteten gleich.
  • Reboarder? Schwachsinn! Wir sind auch groß geworden ohne. 
  • Rohmilchkäse? Stell dich nicht so an! Kannten wir damals gar nicht. 
Das allerschlimmste war, dass man mich dazu bringen wollte Schwarzwälderkirsch Torte zu essen. Man fuchtelte mir mit der Gabel am Mund rum, ich solle den doch endlich mal öffnen. Als ich das nicht tat, war ich natürlich gleich bockig und stur. Hallo??? Diese Torte war nicht mal mehr beschwippst, die war schon betrunken. Keine Ahnung, warum da so viel drin war, aber ich werde nicht bewusst Alkohol zu mir nehmen. (F.errero hatte mich verarscht. Die haben in F.ioretto Alkohol.)

Meine Gefühle zum Baby änderten sich als ich es das erste Mal spürte und kurze Zeit später auf dem Ultraschall (außerhalb der Reihe und darum bezahlt) sah. Ich weiß, dass viele diese ganzen Untersuchungen für unnötig halten. Mich haben sie meinem Baby näher gebracht. Ich war mehr als Dankbar, dass es diese Leistungen gibt.

Zeitgleich entwickelte sich nun aber körperlicher Schmerz. An 15+6 hatte ich zum ersten Mal taube Beine. Ich nenne es immer taub, aber so richtig stimmt das gar nicht. Anders beschreiben kann ich es nicht. Dazu kam Sodbrennen, Herzrasen, Zahnschmerzen und der Rücken. Nicht der Ischias, sondern der Rücken. Ischias hatte ich auch, aber der tat weh, weil ich watschelte. Ohne Bauch quasi. Muss zum schießen ausgesehen haben. Seitdem ich das nicht mehr mache, habe ich auch keinen Ischias mehr. Aber die Rückenschmerzen waren anders. Wie Verspannung. (Spoiler: 10 Wochen später wurde mir geholfen ;-))

Am 13.05 (17+1) hat sich das Baby dann das erste Mal so richtig gemeldet. Also so ohne Zweifel. Ich wußte mit Sicherheit, DAS ist mein Kind. Meine Hoffnung war ja immer, dass ich mich wieder wohl in meinem Körper fühle, wenn ich das Baby erstmal merke. DAS war nicht so. Es wurde schlimmer. Ich hatte das dringende Bedürfnis meinen Körper zu verlassen. Selbst als ich Krämpfe bekam und Magnesium nehmen sollte, wurde es nicht besser.

Wir buchten einen Geburtsvorbereitungskurs (für mich sehr spät ;-/) und guckten uns Kliniken an. Es tat gut, Dinge zu erledigen. Ich fertigte to-do Listen an und erledigte diese dann auch. All das machte mir sehr viel Freude. Auch wenn die Tritte vom Mäuschen mir immer mehr weh taten. Ihr Mamas werdet die Augen verdrehen, ich weiß. Das Baby war noch so klein und konnte noch gar nicht zutreten. Es wurde mir auch immer wieder gesagt, dass es doch schön sei und wie sehr die anderen das genossen haben. Möööp, wieder eine schlechte Mutter. Ich hasste es. Stellt euch mal vor, etwas steht total unter Spannung und jemand tritt, wenn auch nur sanft dagegen. Es waren Schmerzen.
Dazu kam nun Stress auf der Arbeit. Die to-do Liste zu Hause wurde immer länger (auch wenn ich echt froh war, nun eine zu haben), aber auch die auf der Arbeit. Dank Fusselhirn brauchte ich da auch viel länger um etwas zu erledigen. Dinge, die ich normalerweise im Schlaf schaffe wurde zu unüberwindbaren Hürden. Was war nur los mit mir?
All das führte zu einem Nervenzusammenbruch und einer krankschreibung. Aber richtig helfen konnte mir keiner der Ärzte bei denen ich war. MiniToffi geht es gut. Ich bin eine gesunde Schwangere. JA, ABER WARUM FüHLE ich mich nur so? Ok, 3/4 Ärzten meinten schon, ich solle zu Hause bleiben, aber das hilft mir ja nicht. Ich hatte das Gefühl, dass mein Körper nicht schwanger sein mag und wenn man schwanger ist, ist das echt suboptimal.

Aber dann bin ich zu einem Arzt, der mich verstand. Der wußte, was ich habe. Der mir helfen konnte. Er hat mich erstmal aus der Arbeit genommen. Eine Belastung weniger. Oder Faktor. Wie man will. Er hat aber, was viel wichtiger ist, mir einen Osteopathentermin besorgt. 4 Tage später war ich so gut wie beschwerdefrei. Nach der 2. Behandlung war dieses Gefühl endlich weg.

Jetzt am Ende des zweiten Trimesters kann ich sagen: so ist das also, wenn man gerne schwanger ist. Wenn man so gut wie keine Schmerzen hat bzw sich nur mit den üblichen Problemen rumschlägt. Ich gucke ein wenig neidisch auf jede Schwanger, die die gesamte Zeit so erleben darf. Wie gerne hätte ich noch mal die Uhr zurück gedreht und ein paar Wochen genossen, aber wisst ihr was? Das geht leider nicht. Ich werde die Zeit, die ich noch schwanger bin genießen. Ja, ich habe immer noch so typische Sachen wie Verstopfung, Sodbrennen. Ich komme schlecht aus dem Bett und umdrehen ist auch nicht mehr einfach. ABER ich tanze dennoch durch die Wohnung! Ich lache viel und streichle über meinen schönen Bauch. Über mein Baby. Wenn es mal wieder meint mich als Bällebad zu missbrauchen rede ich mit ihm und lache. DAS ist mein Kind. Mein Baby. Ich bin dankbar für diese Erfahrung und ein Mal hatte ich nun sogar schon Tränen bei einem Ultraschall in den Augen.

Ich werde nicht erst Mama, ich bin es bereits und das ist so schön!

1 Kommentar:

  1. Allein Dein letzter Satz ❤
    So schön, dass Du Diese besondere Zeit nun genießen kannst!

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