Mittwoch, 13. April 2016

1. Trimester 1.SSW- 13. SSW


1.SSW- 13. SSW (oder nur 12.SSW, kommt drauf an, welche Internetseite man fragt)
Für mich war das der Zeitraum 14.01.2016 -13.04.2016
3 Monate. Das waren echt nur 3 Monate? Verrückt!
Natürlich wurde ich damals belächelt, als ich sagte, ich messe meine Temperatur und nutze Ovulationstests. Ich sei zu verbissen. Real Life halt.
Für mich war das einfach eher der Gedanke, ich möchte meinen Körper nun wirklich kennenlernen. Ich bemerkte schon immer das Ziehen zum Zeitpunkt x. Aber zieht es dabei, davor, danach? Ich wußte es nicht. Auch das Internet kannte meinen Körper nicht, denn jede Seite sagte mir etwas anderes bzw drückte sich wage aus. Verständlich, so ist es ja auch bei jeder Frau anders. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich Projekte immer gut vorbereitet angehe.
Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, es hatte gleich geklappt. Verrückt! Ich bin Mitte 30 und dennoch hatte ich immer den Gedanken “sobald wir es versuchen, wird es klappen”.
Der Verstand sagte mir natürlich, es wird dauern. Aber mein Bauch war sich sicher.
Natürlich gehörte ich auch zu denen, die einen Mehrpack an Pre-Tests gekauft haben und ziemlich früh angefangen haben zu testen. Und natürlich sah ich bereits einen Strich, als noch gar keiner da war.

Ich weiß nur nicht mehr, ob ich wirklich glücklich war, als ich den zweiten Strich sah. Ich wußte es ja schon. Es war einfach Phase 2 meines Projektes Baby. Ich schreibe meins, weil ich den Mann nicht frage, wie es für ihn war. Man möge mir verzeihen.
Wie bei allen Projekten habe ich eine klare Vorstellung, wie etwas abläuft. Ich hatte Pläne. Wollte jede Woche Bauchfotos machen. Wollte immer Wochenberichte schreiben oder auch mal einfach so aus dem Tag berichten. Aber es kommt immer anderes als gedacht. Plötzlich hatte ich keine Lust mehr. Ich wollte meinen komischen verschobenen Körper nicht auf Fotos sehen. Ich war traurig, niedergeschlagen.
Mir war Übel. Ich kannte so eine Übelkeit nicht. Wie auch. War ich doch nie schwanger. Ich kann es auch nicht beschreiben. 24/7 war mir übel. Nicht so schlecht, wenn man sich übergeben muss. Es ist anders. Schlimmer!
Aber das Schlimmste war das Essen. Ich habe mich so intensiv mit meiner Ernähung beschäftig. Ich wußte, was gut ist. Ich wußte, wie meine Ernährung auszusehen hatte. ABER es ging nicht.
Ich aß auf einmal Brot und dabei mag ich Brot nicht sonderlich. Also außer es kommt frisch aus dem Ofen. Ich rede hier von Schnitten, nicht Baguette. (Meine oberste Ernährungs-Regel war: Ess nur noch das, was dir wirklich, wirklich gut schmeckt. 2. Regel: Ess erst gesund.)
Nun hatte ich hunger auf Sachen aus meiner Kindheit, Nudeln mit Ketchup (Ketchup strich ich, als ich anfing unnötigen Zucker zu vermeiden. Übrigens um Eis und Schokolade zu essen. Ich sagte mir, wenn ich schon Zucker esse, dann das richtig leckere Zeug *hust*), Kartoffeln mit Fleischsalat, Ravioli aus der Dose, TK Pizza, Fischstäbchen… Ach noch so viel mehr. Ich fühlte mich unwohl damit und verstand es auch nicht. Warum hatte ich hunger auf ungesundes Zeug? Das Baby sollte doch gutes Zeug bekommen!

Ok, von der Müdigkeit laß ich schon vorher. Ich war faziniert, dass mein Körper nach Nahrungsaufnahme einfach so ins Koma fiel. Aber das störte mich nun nicht. Ich schlafe gerne.
Was ich auch laß, dass man Blutungen haben kann. Aber etwas zu lesen und etwas zu haben sind zwei paar Schuhe. Die ersten Blutungen steckte ich noch so weg. Meine FA beruhigte mich. Die zweiten nicht mehr so. Ich ging zu einer Vertretungsärztin und dort hat man mir ja gesagt, ich würde eine Fehlgeburt haben. Sie gaben mir eine Resusspritze. Keine Ahnung, ob diese dafür sorgte, dass es mir noch schlechter ging, aber das tat es. Ich weinte. Ich baute eine Distanz zum Baby auf. Vielleicht ein Schutzmechanismus. Auch das weiß ich nicht. Inzwischen suche ich auch eher nach Lösungen daraus zu kommen. Die Bekanntgabe in der Familie am 09.04 half. Auch das Kaufen von Babysachen hilft. Aber ich bin immer noch nicht soweit meine Hand auf meinen Bauch zu legen und das Baby zu spüren. Also versuchen zu spüren… ihr wisst schon. Es geht nicht.
Wichtig für mich ist, dass es besser wird. Der Tatendrang kommt zurück. Vielleicht komme ich wirklich bald in Phase 3 des Projektes. Ich werde mich nicht mehr unter Druck gesetzt fühlen, dass ich so fühle, wie ich fühle.
Ich werde warten, auf das was da kommt. Dieses Baby ist unser Baby. Es wird ein Teil unserer Familie, auch wenn der Weg dorthin vielleicht nicht nur von Blümchen und Herzchen umgeben ist. Das Leben ist halt manchmal doch anders, als diese schönen Hollywood Phantasien.

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