Freitag, 18. Juli 2014

Wedding – Brautausstattung

Was mich am meisten gefordert hat, war die Wahl des Schleiers. Wirklich! Das war schlimmer als das Kleid selbst. Für mich stand von vornerein fest: Ich will einen Schleier.

Als Kind war ich mal auf einer Hochzeit, da trug die Braut einen Haarreif. So einen Gepolsterten weißen Reif. Ich habe leider kein Foto davon, aber die Hochzeit war in den 90igern. Vielleicht wisst ihr was ich meine.

Meine liebe Oma meinte nun, mich daran erinnern zu müssen, dass ich damals‚ (wohlgemerkt im Alter von 10 Jahren) doch sagte, dass ich auf jeden Fall einen Haarreif zu meiner Hochzeit tragen möchte. Verfluchte Naht, in dieser Familie darfst du echt nichts sagen. Da wird sich sogar noch dran erinnert, was du vor über 20 Jahren mal vor dich hin geblubbert hast. Natürlich nahm mir meine Oma nicht krumm, dass ich doch Schleier trug und (kleiner Trommelwirbel bitte) ich trug ebenfalls einen Haarreif. Sie musste ein wenig schmunzeln, als sie mich sah, weil ich natürlich in der Vorbereitungszeit immer wieder sagte, dass ich damals klein war und nicht wusste was ich wollte. Ich muss schon wieder schmunzeln, wenn ich daran denke, wie ihre Augen leuchteten, als sie mich sah.

Zurück zum Schleier. Ich wollte gerne einen langen Schleier haben. Länger als die Schleppe meines Kleides. Jetzt betretet mal einen Brautladen und möchtet einen Schleier, der so lang ist. Ich habe mich auf den Hosenboden gesetzt, was so ein Teil kostet. Ich war natürlich NICHT bereit so viel Geld auszugeben. Andere kaufen für diesen Betrag ihr Kleid und so viel sollte mein Schleier kosten? Nein, da bin ich einfach zu geizig zu. Ich machte mich also auf die Socken in Richtung Internet und wurde sogar sehr schnell fündig. Schlich aber dann doch wieder mehrere Wochen um die einzelnen Seiten rum. In der ganzen Vorbereitung fiel es mir so unglaublich schwer, mich für irgendwas zu entscheiden. Denn hatte ich mich erstmal endschieden, so war es das. DAS war dann meine Wahl und ich konnte nicht mehr zurück. Ich sollte dazu sagen, dass es für mich immer ein Traum war, eine große Hochzeit zu feiern. Es gab gewisse Dinge auf die ich Wert legte, auf andere wiederrum nicht. Aber genau bei diesen Dingen, auf die ich so Wert legte, da fiel es mir schwer mich zu entscheiden. Im Fall des Schleiers muss ich sagen „Gott sei Dank“. So wandelte sich meine Wahl von „mit Spitze“ zu „ganz schlicht“. Ich sparte also nochmal ein paar Euros (die Hälfte um genau zu sein) und hatte am Ende einen wirklich langen Schleier, der perfekt zum Kleid passte. Spitze hätte gar nicht ausgesehen.

Die Euros gingen quasi in den Reifrock… . Ja hier ärgere ich mich noch ein klitze kleines bisschen. Mein Reifrock hat das Doppelte gekostet von denen, die ich im Internet gefunden habe. Ja auch wenn ich in dem Laden wirklich gut beraten wurde und mich aufgehoben gefühlt habe, so fand ich das Doppelte schon etwas …blöd. Ich tröstete mich damit, dass der im Internet bestimmt gekratzt hätte (auch wenn es der gleiche Hersteller und die gleiche Artikelnummer war).

Der Reifrock war für meine Wahrnehmung sehr breit. Natürlich habe ich jetzt vergessen wie viele cm er hatte, aber ich meine es waren 110cm. Er sorgte zumindest dafür, dass das Kleid perfekt passte und es nicht in der Länge geändert werden musste. Lediglich zwei kleine Bändchen wurden zum Hochbinden eingearbeitet. Das kostete läppische 35€. Ich will gar nicht wissen, was eine Änderung gekostet hätte. Also hat der Reifrock am Ende vllt sogar gar nichts gekostet? Oh, ich sollte damit aufhören. Jetzt liegt er eh im Keller.

Ein wichtiger Hinweis: Wenn ihr euer Kleid kauft, so achtet darauf, dass es wirklich hoch gebunden werden kann. Wenn ihr nachts tanzen wollt, habt ihr bestimmt flache Schuhe an. Ich stand immer wieder auf meiner Schleppe, weil diese sehr auf dem Boden schliff. Im Laden wollte ich noch, dass es unbedingt schön aussah. Auf der Feier wollte ich nur noch in Ruhe tanzen und war sogar soweit, meine Jogginghose anzuziehen. Nein natürlich habe ich das nicht gemacht ;-). Aber ein bisschen mehr Beinfreiheit wäre toll gewesen. Auch für DEN Tanz.

Die Unterwäsche. Ihr versteht bestimmt, dass ich hier kein Bild von mir in Unterwäsche rein stellen mag. Vielleicht, wenn ich in ein paar Jahren Geld… ach lassen wir das lieber ;-).

Denkt daran
, ihr nehmt in der Woche vor der Hochzeit ab. Welche Braut hat das nicht? Handheben bitte? Ich habe es. Meine Brüste waren weg. Also nicht komplett weg, aber verloren sich sehr stark in meiner Korsage. Jaja, ich hatte die volle Montur! Korsage, Strapse, Strumpfband. Alles wurde vom Mann nicht gewürdigt. Ich hätte auch in einem Montagsschlüpper vor ihm stehen können. Morgens um 5 hatte er einfach kein Auge mehr dafür. Ich werde das am 1. Hochzeitstag nochmal nachholen. Aber ihm nichts verraten. Ich will ihn mal überraschen. Psssst (huch doch so intim, bitte schnell wieder vergessen, ja?). Ähm wo war ich? Ach ja Unterwäsche. Unsere Gäste hatten übrigens sehr wohl was von der Unterwäsche. Zumindest die, die im Burggraben standen und ich oben die Brücke mit hochgerafftem Kleid entlanggelaufen bin, um dem Regen zu entkommen. *hust* ja so kann es gehen.

Eine Tasche hatte ich nicht. Ich hatte einen kleinen Beutel in den vielen anderen Beuteln gehabt. Der später auf dem Tisch lag. Aber extra eine Handtasche hatte ich nicht.





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